Samstag, April 08, 2006

Ausflug nach IKEA

Außer Bett, Nachttisch, Kommode und Schrank steht ja noch nicht so wirklich viel in meinem Zimmer. Also habe ich beschlossen, mir ein paar Einrichtungsgegenstände zuzulegen - zumindest einen Tisch und einen Stuhl bräuchte ich schon noch. Auf meinen Streifzügen durch Slough hatte ich vor ein paar Tagen eine Reihe von Möbelmärkten gesehen, die habe ich mir dann am Vormittag erstmal angesehen. Ausser Unmengen von Sofas, die Briten scheinen Sofas zu lieben, gab es dort aber leider nichts von meiner Wunschliste. Also musste ich doch noch einen Schritt weitergehen als geplant: Auf zu IKEA.

In London gibt es dreimal IKEA. Der Laden im Westen ist schonmal zu weit weg, der südliche hat keine gute Verbindung zur Tube. Also blieb nur noch das dritte IKEA in der Nähe des Wembley-Stadions. Mit dem Bus bin ich erstmal eine knappe Dreiviertelstunde nach Uxbridge gefahren, von da aus mit der Tube nochmal zwanzig Minuten. Nach einem weiteren Umstieg stand ich dann an der Neasdon-Station. Von hier aus waren es laut IKEA-Website etwa zwanzig Minuten zu laufen. Ich fragte fünf Leute nach dem Weg und bekam fünf verschiedene Antworten hinsichtlich der zu laufenden Richtung. Als ich gerade auf die sechste Person zugehen wollte, kam sie mir lustigerweise zuvor und fragte mich ebenfalls nach dem Weg zu IKEA. Also suchten wir gemeinsam weiter und fanden nach einigem herungelaufe und einer Busfart endlich IKEA.

Der gesuchte Tisch INGO und Stuhl IVAR waren schnell gefunden, zudem konnte ich mich für die Lampe STORM begeistern. Den günstigen Teppichen konnte ich ebenfalls nicht widerstehen und neben dem üblichen IKEA-Kleinkram verirrte sich an der Kasse dann noch eine Duschmatte in meinen Wagen. Am Verpackungstisch bastelte ich mir mit einigen Schnüren ein nicht gerade handliches Paket von etwa 20 bis 25 kg Gewicht aus meinen Einkäufen. Hört sich tragbar an - aber nur für die sonst üblichen 100 Meter bis zum Auto.

Dank einem netten Busfahrer fand ich nach meinem Einkauf zurück zur Tube-Station und musste feststellen, dass ich meinen Anschluss-Bus in Uxbridge vergessen konnte - der fuhr Samstags dummerweise nur bis acht. Also musste ich mich irgendwie zu einer Tube-Station mit Bahnanschluss durchkämpfen. Nach mehrmaligem Umsteigen, einigen Treppen hoch, ebenso vielen Treppen wieder hinunter und etlichen verduzten Blicken von Passanten stand ich dann endlich am Ealing Broadway. Ich stellte mein bis hierhin geschleiftes/geschlepptes Paket ab und kaufte an einem Ticketschalter eine Bahnkarte. Auf einem Monitor hinter dem Bahnmitarbeiter leuchtete auf einmal blinkend rot die Meldung "Achtung, unbeaufsichtiges Gepäck gefunden" auf. - Hinter mir waren vier panische Bahnhofsmitarbeiter dabei, mein Paket wegzutragen. Nach einer kurzen Diskussion und einem Frage-und-Antwort-Spiel über den Inhalt der vermeintlichen Bombe bekam ich mein Paket dann zurück. - Glück gehabt, denn solche unbeaufsichtigten Gepäckstücke landen normalerweise erstmal für eine Woche in Quarantäne und können dann für zehn Pfund wieder ausgelöst werden. Geschlagene drei Stunden nach verlassen der IKEA-Tür kam ich endlich zu Hause an. Aufgebaut habe ich dann erstmal nicht mehr.

P.S.: Achja, auf dem IKEA-Packtisch habe ich noch die nebenstehende Karte mit Sicherheitshinweisen für Mitarbeiter gefunden. Könnte interessant sein, wenn bei Eurem nächsten IKEA-Besuch die Durchsage nach dem IKEA-Timecheck kommt ;-)